Es begann mit dem Spiel zwischen Manitoba und New Brunswick. Zwei B-Provinzen. Nicht schlecht, aber wirklich vom Sitz gerissen hatte mich die Vorstellung der beiden Teams nicht. Ok, die meisten Schweizer Teams wären gegen diese beiden Mannschaften hoffnungslos überfordert, aber wir sind ja schleisslich an den kanadischen Meisterschaften und da hat man gewisse Erwartungen. Manitoba gewann verdient mit 3:2.
Die Erwartungen wurden auch bei meinem zweiten Spiel (noch) nicht erfüllt. Damen, Edmonton gegen eine Mannschaft aus Nova Scotia. Kanada ist gross und nicht alle Provinzen sind gleich stark. Edmonton gewann 5:0 ohne wirklich zu überzeugen.
Dann aber der erste grosse Kracher. Neufundland Black Horse gegen die Black Knights aus Montreal. Ein äusserst intensives hochstehendes Spiel schon beinahe auf WM-Final Niveau. Die Neufundländer sind die bessere Mannschaft, sie erarbeiten sich auch mehr Chancen, können aber den zu knappen 1:0 Vorsprung nicht über die Zeit retten. Die Black Knights gleichen kurz vor Schluss aus. Was für ein Spiel.
Dann schnell ins Auto und von der neuen modernen Jack Byrne Arena zurück ins Zenrtum von St. John's in die uralte O'Her Arena. Dort hat der Titelverteidiger Brampton gerade so seine Probleme mit dem Team aus New Brunswick. Die Underdogs können zum 2:2 ausgleichen, doch dann spielt nur noch eine Mannschaft, Brampton Midnight Express. Tremblet, Housser, Monteiro und Morrison Jr wirbeln nur so auf dem Feld. Auch wenn diese vier Spieler an Weltmeisterschaften auf vier Teams verteilt sind, an den Nationals sind sie in einem Team. Housser ist einer von nur Nicht-Kanadischen Spielern an diesem Turnier. Wie dem auch sei, Midnight Epress gewinnt am Ende hoch verdient mit 4:2.
Heute morgen sehe ich mir den letzten der Favoriten an. Redlite Montreal. Ich bin wieder begeistert. Daoust, Fontaine, Gilbert... Manitoba steht völlig neben den Schuhen und wird demontiert. Beim Stand von 7:0 wird das Spiel abgebrochen, die sogenannte Mercey Rule kommt zur Anwendung.
Ach ja, ich schrieb vorhin davon, dass zwei Nicht-Kanadier an den Nationals teilnehmen. Housser und - ein Stück Schweizer Streethockey Geschichte - Fuchs. Er ging gleich nach den Playoffs nach Manitoba, gewann dort mit den Mustangs die Provinzmeisterschaft und qualifizierte sich für die Provinzauswahl. Sein Auftritt in Kanada ist so zu sagen der Probelauf für ein Spieleraustauschprogramm, das es Schweizer Top-Nationalspielern ermöglichen soll, in Kanada auf höchstem Niveau spielerische Erfahrungen zu sammeln. Er spielt im zweiten Block, erhällt sehr viel Einsatzzeit und war bisher souverän. Von einem kleinen Aussetzer beim 0:6 gegen Redlite einmal abgesehen. Positiv ist festzustellen, das Schweizer Spitzenspieler - etwas Praxis auf dem Grossfeld vorausgesetzt - durchaus in der Lage sind, gegen kanadische Spitzenteams nicht nur mitzuhalten, sondern sogar teilweise Akzente zu setzen.
Heute Abend werde ich mir die Spiele Neufundland gegen Toronto Thunder, das zweite, sehr starke Team aus Ontario und Midnight Express gegen Manitoba ansehen. Beide sind auch live auf dem Webcast zu verfolgen (www.ustream.tv/channel/2010-cbha-nationals). Es werden ausschliesslich Spiele übertragen, die in der Jack Byrne Halle ausgetragen werden. Eine Übertragung aus O'Heir ist nicht möglich. In der Halle ist es sehr dunkel und ich bezweifle, dass die dort verfügbare Kommunikationstechnik weit über Rauchsignale hinaus geht.
Die aktuellen Tabellen und alle Resultate findet ihr unter Events auf www.ballhockey.net.
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