Mittwoch, 24. Juni 2009
Pilsen, Gedanken über das Abschneiden der Schweiz
Zwei Wochen vor der WM besuchte ich die Nationalmannschaft in ihrem Trainingscamp in Hasle. Was ich sah und hörte, stimmte mich zuversichtlich. Die Konditionwerte waren besser als je zuvor. Das Powerplay funktionierte selbst auf dem rauen Belag in Hasle verblüffend gut, die Jungs schienen gut aufeinander abgestimmt. Einziger Wehrmutstropfen: Stefan Kunz musste aufgrund seines noch nicht ausgeheilten Kreuzbandrisses forfait geben.
Ich hatte auch Gelegenheit mit Sébastien Pico im kleinen Kreise über meine Eindrücke zu sprechen. Meiner Einschätzung nach, handelte es sich um eine junge Mannschaft mit viel Potenzial, die in Pilsen einiges erreichen könnte. Aber, so fügte ich an, die Mannschaft ist sehr jung und das ist auch ihre Schwäche. Läuft die Sache in der Tschechei nicht wie erhofft, ist auch ein Absturz tief in die B-Gruppe möglich.
Manchmal hasse ich es, wenn meine Prognosen aufgehen......
Nun, es gibt einige Personen, die nun den Kopf von Pico fordern. Ist im ersten Moment logisch, er hat versagt. Aber hat er wirklich versagt? Es ist etwas eingetreten, das absehbar war, das - wenn man auf junge Spieler setzen will - immer passieren kann. Es läuft nicht, die Mannschaft fällt in ein Loch und es ist kein Leader vorhanden, der das Team wieder auf Kurs bringt.
Ist Pico schuld, dass kein Leader im Team war? Konnte er etwas dafür, dass Kunz sich das Kreuzband riss, Stuppan Leistenprobleme oder Ronny Strähler Hüftprobleme hatte? Nicht wirklich. Hätte es andere Leaderfiguren gegeben, die man hätte aufbieten können? Auch nicht. Pico musste mit dem Spielermaterial auskommen, das ihm zur Verfügung stand. Natürlich kann man immer über einzelne Spieler diskutieren, gerade wenn es sich um Spieler des vierten Blocks handelt. Ein anderer Trainer hätte vielleicht andere Spieler für diese Positionen aufgeboten, am Ergebnis hätte sich wohl nichts verändert.
Also trifft Pico keine Schuld am schlechten Abschneiden der Schweiz?
Nun, das stimmt sicher nicht. Ich hatte - von fern - den Eindruck, dass er sich von der Ratlosigkeit der Mannschaft anstecken liess. Er wirkte zuweilen seltsam träge auf der Bank und liess seine sonst oft gesehene Impulsivtät vermissen. Ich bin - immer noch aus dem Blickpunkt der VIP-Loge - der Ansicht, dass im Spiel gegen Österreich mit einem anderen Coaching mehr drin gelegen wäre. Ev. hätte es mehr Emotionen gebraucht. Auf alle Fälle einen Plan B und - für den Fall, dass Plan B nicht funktioniert - auch einen Plan C etc. Aber soll man Pico daraus einen Strick drehen? Ich denke nicht. Er wird die WM analysieren, seine Schlüsse daraus ziehen und die entsprechenden Änderungen in seinem Langzeitkonzept vornehmen.
Waren also die Spieler schuld? Nun, wenn man während beinahe vier Spielen keinen Treffer erzielt und das erste Stürmertor kurz vor Ende des fünften Spieles fällt, dann müssen sich die Stürmer die Frage gefallen lassen, wieso sie so verschwenderisch mit den Torchancen umgegangen sind. Zweifellos haben die Jungs viel erwartet, haben in Hasle ähnliche Überlegungen angestellt, wie ich; allerdings wohl ohne die Möglichkeit eines Falls in den B-Pool.
Nach den ersten Spielen kamen Selbstzweifel auf. Man war nicht so stark, wie man meinte; man konnte das eigene Potenzial nicht umsetzen. Man war zwar schnell und konditionell gut drauf, aber es fehlte oft an der nötigen Kraft, um sich in den Zweikämpfen durchzusetzen. Und dann war da noch die Sache, dass vorne keine Treffer erzielt werden konnten. Jetzt hätte es jemanden gebraucht, der innerhalb des Teams die Führung übernahm, einen der von allen akzeptiert wurde, der bereit war, Verantwortung zu übernehmen und die anderen mitzureissen. Diesen Spieler gab es nicht und die Unsicherheit nahm zu.
Nun, ich will nicht behaupten, dass eine Schweiz in Topbesetzung in den ersten drei Spielen gepunktet hätte, aber es wären sicher Tore gefallen. Tschechien, die Slowakei und Indien wären nicht zu vergleichsweise leichten Siegen gekommen. Bei den USA bin ich mir nicht so sicher. Zwar haben die Amerikaner im Viertelfinal gegen Kanada überragend gespielt, aber im Crossoverspiel gegen die Schweiz schienen sie mir nicht unschlagbar.
Im Viertelfinalspiel gegen die Cayman Inseln war die Schweiz klarer Favorit. Aber die Verunsicherung war gross, es kam kaum ein gerader Pass zu Stande oder eine vernünftige Kombination und der Abschluss blieb schwach. Immerhin, am Ende resultierte ein Arbeitssieg.
Und dann kam das Österreichspiel. Die Schweizer liefen, kombinierten, spielten erfrischendes Hockey, liessen die Österreicher uralt aussehen, bloss sie trafen nicht. Nicht weniger als 47 Schüsse wurden auf den nicht eben sicher wirkenden Schlussmann unserer östlichen Nachbaren abgegeben und ähnlich oft flitzte die orange Kugel am Tor vorbei. Doch am Ende erzielte man nur drei läppische Tore; während die Österreicher ihre drei Powerplays souverän nutzen und drei Konterangriffe erfolgreich abschliessen konnten. Statt Österreich zweistellig abzufertigen - was duchaus den Spielanteilen entsprochen hätte - erhielt man eine 3:6 Klatsche. Wieder hatte kein Spieler die Verantwortung auf sich genommen und getroffen.... Immerhin war man dann im letzten Spiel gegen Hong Kong erfolgreicher, aber das interessiert eigentlich niemand mehr.
In zwei Jahren werden die Spieler reifer sein, es wird sich der eine oder andere Leader herauskristallisiert haben, wenn es in Bratislava darum geht, die Rückkehr in den A-Pool zu schaffen.
Die WM Pilsen war nie das Ziel der Aufbaubemühungen auf dem Weg zu einer Halbfinalqualifikation, sie war nur ein Meilenstein. Man hat schlechter abgeschnitten als geplant. Die noch bestehenden Schwächen wurden aufgezeigt, sie können aber beseitigt werden. Mit einer Ausnahme. Eine fünf gegen fünf Meisterschaft wird es vor 2014 wohl kaum geben. Aber es wird mehr Spielfelder geben, aufdenen fünf gegen fünf trainiert werden kann, auch durch den Winter. Dies muss man nutzen.
Pilsen hat gezeigt, dass die Trauben hoch hängen, aber nicht so hoch, als dass sie unerreichbar wären. Wichtig ist, dass sich die Spieler von diesem Misserfolg nicht beirren lassen, dass sie nicht die Flinte ins Korn werfen und die Nationalmannschaft fortan meiden. Die restriktive Ausgangspolitik von Pico darf nicht nur mit kritischen Augen gesehen werden, immerhin war die Mannschaft am Schluss des Turniers nach wie vor fit. Andererseits muss im Hinblick auf Bratislava geprüft werden, ob es nicht die Möglichkeit gäbe, etwas gegen den Lagerkoller zu unternehmen, der in Pilsen offenbar aufkam.
Die Schweiz hat enttäuscht, das ist unumstritten. Doch wer von dieser Entwicklung völlig überrascht ist und sich so gebärdet, als hätte dies nie geschehen dürfen, der schätzt die Situation im Schweizer Streethockey im Allgemeinen und im Umfeld der Nationalmannschaft im Besonderen schlicht und einfach falsch ein.
Die Zukunft der Nationalmannschaft liegt noch vor uns! Es muss hart gearbeitet werden, es braucht ein Engagement von allen Seiten, aber das Ziel: Qualifikation für den Halbfinal an der WM 2013 oder 2015 ist nach wie vor erreichbar. Einfach so in den Schoss fallen wird es uns aber nicht.
Ich hatte auch Gelegenheit mit Sébastien Pico im kleinen Kreise über meine Eindrücke zu sprechen. Meiner Einschätzung nach, handelte es sich um eine junge Mannschaft mit viel Potenzial, die in Pilsen einiges erreichen könnte. Aber, so fügte ich an, die Mannschaft ist sehr jung und das ist auch ihre Schwäche. Läuft die Sache in der Tschechei nicht wie erhofft, ist auch ein Absturz tief in die B-Gruppe möglich.
Manchmal hasse ich es, wenn meine Prognosen aufgehen......
Nun, es gibt einige Personen, die nun den Kopf von Pico fordern. Ist im ersten Moment logisch, er hat versagt. Aber hat er wirklich versagt? Es ist etwas eingetreten, das absehbar war, das - wenn man auf junge Spieler setzen will - immer passieren kann. Es läuft nicht, die Mannschaft fällt in ein Loch und es ist kein Leader vorhanden, der das Team wieder auf Kurs bringt.
Ist Pico schuld, dass kein Leader im Team war? Konnte er etwas dafür, dass Kunz sich das Kreuzband riss, Stuppan Leistenprobleme oder Ronny Strähler Hüftprobleme hatte? Nicht wirklich. Hätte es andere Leaderfiguren gegeben, die man hätte aufbieten können? Auch nicht. Pico musste mit dem Spielermaterial auskommen, das ihm zur Verfügung stand. Natürlich kann man immer über einzelne Spieler diskutieren, gerade wenn es sich um Spieler des vierten Blocks handelt. Ein anderer Trainer hätte vielleicht andere Spieler für diese Positionen aufgeboten, am Ergebnis hätte sich wohl nichts verändert.
Also trifft Pico keine Schuld am schlechten Abschneiden der Schweiz?
Nun, das stimmt sicher nicht. Ich hatte - von fern - den Eindruck, dass er sich von der Ratlosigkeit der Mannschaft anstecken liess. Er wirkte zuweilen seltsam träge auf der Bank und liess seine sonst oft gesehene Impulsivtät vermissen. Ich bin - immer noch aus dem Blickpunkt der VIP-Loge - der Ansicht, dass im Spiel gegen Österreich mit einem anderen Coaching mehr drin gelegen wäre. Ev. hätte es mehr Emotionen gebraucht. Auf alle Fälle einen Plan B und - für den Fall, dass Plan B nicht funktioniert - auch einen Plan C etc. Aber soll man Pico daraus einen Strick drehen? Ich denke nicht. Er wird die WM analysieren, seine Schlüsse daraus ziehen und die entsprechenden Änderungen in seinem Langzeitkonzept vornehmen.
Waren also die Spieler schuld? Nun, wenn man während beinahe vier Spielen keinen Treffer erzielt und das erste Stürmertor kurz vor Ende des fünften Spieles fällt, dann müssen sich die Stürmer die Frage gefallen lassen, wieso sie so verschwenderisch mit den Torchancen umgegangen sind. Zweifellos haben die Jungs viel erwartet, haben in Hasle ähnliche Überlegungen angestellt, wie ich; allerdings wohl ohne die Möglichkeit eines Falls in den B-Pool.
Nach den ersten Spielen kamen Selbstzweifel auf. Man war nicht so stark, wie man meinte; man konnte das eigene Potenzial nicht umsetzen. Man war zwar schnell und konditionell gut drauf, aber es fehlte oft an der nötigen Kraft, um sich in den Zweikämpfen durchzusetzen. Und dann war da noch die Sache, dass vorne keine Treffer erzielt werden konnten. Jetzt hätte es jemanden gebraucht, der innerhalb des Teams die Führung übernahm, einen der von allen akzeptiert wurde, der bereit war, Verantwortung zu übernehmen und die anderen mitzureissen. Diesen Spieler gab es nicht und die Unsicherheit nahm zu.
Nun, ich will nicht behaupten, dass eine Schweiz in Topbesetzung in den ersten drei Spielen gepunktet hätte, aber es wären sicher Tore gefallen. Tschechien, die Slowakei und Indien wären nicht zu vergleichsweise leichten Siegen gekommen. Bei den USA bin ich mir nicht so sicher. Zwar haben die Amerikaner im Viertelfinal gegen Kanada überragend gespielt, aber im Crossoverspiel gegen die Schweiz schienen sie mir nicht unschlagbar.
Im Viertelfinalspiel gegen die Cayman Inseln war die Schweiz klarer Favorit. Aber die Verunsicherung war gross, es kam kaum ein gerader Pass zu Stande oder eine vernünftige Kombination und der Abschluss blieb schwach. Immerhin, am Ende resultierte ein Arbeitssieg.
Und dann kam das Österreichspiel. Die Schweizer liefen, kombinierten, spielten erfrischendes Hockey, liessen die Österreicher uralt aussehen, bloss sie trafen nicht. Nicht weniger als 47 Schüsse wurden auf den nicht eben sicher wirkenden Schlussmann unserer östlichen Nachbaren abgegeben und ähnlich oft flitzte die orange Kugel am Tor vorbei. Doch am Ende erzielte man nur drei läppische Tore; während die Österreicher ihre drei Powerplays souverän nutzen und drei Konterangriffe erfolgreich abschliessen konnten. Statt Österreich zweistellig abzufertigen - was duchaus den Spielanteilen entsprochen hätte - erhielt man eine 3:6 Klatsche. Wieder hatte kein Spieler die Verantwortung auf sich genommen und getroffen.... Immerhin war man dann im letzten Spiel gegen Hong Kong erfolgreicher, aber das interessiert eigentlich niemand mehr.
In zwei Jahren werden die Spieler reifer sein, es wird sich der eine oder andere Leader herauskristallisiert haben, wenn es in Bratislava darum geht, die Rückkehr in den A-Pool zu schaffen.
Die WM Pilsen war nie das Ziel der Aufbaubemühungen auf dem Weg zu einer Halbfinalqualifikation, sie war nur ein Meilenstein. Man hat schlechter abgeschnitten als geplant. Die noch bestehenden Schwächen wurden aufgezeigt, sie können aber beseitigt werden. Mit einer Ausnahme. Eine fünf gegen fünf Meisterschaft wird es vor 2014 wohl kaum geben. Aber es wird mehr Spielfelder geben, aufdenen fünf gegen fünf trainiert werden kann, auch durch den Winter. Dies muss man nutzen.
Pilsen hat gezeigt, dass die Trauben hoch hängen, aber nicht so hoch, als dass sie unerreichbar wären. Wichtig ist, dass sich die Spieler von diesem Misserfolg nicht beirren lassen, dass sie nicht die Flinte ins Korn werfen und die Nationalmannschaft fortan meiden. Die restriktive Ausgangspolitik von Pico darf nicht nur mit kritischen Augen gesehen werden, immerhin war die Mannschaft am Schluss des Turniers nach wie vor fit. Andererseits muss im Hinblick auf Bratislava geprüft werden, ob es nicht die Möglichkeit gäbe, etwas gegen den Lagerkoller zu unternehmen, der in Pilsen offenbar aufkam.
Die Schweiz hat enttäuscht, das ist unumstritten. Doch wer von dieser Entwicklung völlig überrascht ist und sich so gebärdet, als hätte dies nie geschehen dürfen, der schätzt die Situation im Schweizer Streethockey im Allgemeinen und im Umfeld der Nationalmannschaft im Besonderen schlicht und einfach falsch ein.
Die Zukunft der Nationalmannschaft liegt noch vor uns! Es muss hart gearbeitet werden, es braucht ein Engagement von allen Seiten, aber das Ziel: Qualifikation für den Halbfinal an der WM 2013 oder 2015 ist nach wie vor erreichbar. Einfach so in den Schoss fallen wird es uns aber nicht.
Freitag, 12. Juni 2009
Bayreuth, Götterdämmerung des Schweizer Streethockeys?
Zum ersten Mal seit es Junioren Europameisterschaften gibt, reist die Schweiz ohne Medaille nach hause. Nun, das ist auch den Slowaken schon passiert, den Österreichern und den Deutschen. So gesehen, also sicher keine Götterdämmerung. Diese wird in Bayreuth erst in einigen Wochen anlässlich der Wagnerfestspiele aufgeführt.
Trotzdem, wieso hat die Schweiz dieses Jahr keine Medaille mit nach hause gebracht, ja wieso hat sie sich nicht einmal für das Spiel für Rang 3 qualifiziert?
Nun, man könnte von Pech sprechen. Pech, weil man in den direkten Begegnungen gegen Deutschland und Österreich zweimal Unentschieden gespielt und ein Tor zu wenig geschossen hat. Aber mit Pech, hat das Ausscheiden der Schweiz wenig zu tun, das hatte andere Gründe.
Trotzdem, wieso hat die Schweiz dieses Jahr keine Medaille mit nach hause gebracht, ja wieso hat sie sich nicht einmal für das Spiel für Rang 3 qualifiziert?
Nun, man könnte von Pech sprechen. Pech, weil man in den direkten Begegnungen gegen Deutschland und Österreich zweimal Unentschieden gespielt und ein Tor zu wenig geschossen hat. Aber mit Pech, hat das Ausscheiden der Schweiz wenig zu tun, das hatte andere Gründe.
- Coach Schüpbach versuchte, mit einer Zonendeckung zu arbeiten, nicht eben erfolgreich. Ein Fehler? Ich denke nicht, denn bei fünf gegen fünf ist mit Manndeckung längerfristig kein Blumentopf zu gewinnen und schon gar keine Medaille. Vielleicht war es zu früh, es schon in Bayreuth auszuprobieren, aber es war mutig und deshalb sicher nicht völlig falsch. Zonendeckung ist etwas, was nächstes Jahr in den Regiotrainings angeschaut werden muss.
- Womit wir schon beim nächsten Punkt sind. Die Regiotrainings müssen intensiviert und standardisiert werden, es brauch mehr Vorgaben für die Regiotrainer. Aber es braucht vor allem regelmässige Regiotrainings und zwar spätestens ab September. Hier wurde in der letzten Saison zu viel Zeit verschenkt. Einmal pro monat, allenfalls alle drei Wochen max. eine halbe Stunde zu einem Training zu fahren, das kann man allen Spielern und auch den Eltern zumuten (es gibt ja die Möglichkeit von Fahrgemeinschaften).
- Die SSHA ist ein kleiner Verband. Zu erwarten, dass jeder Jahrgang die Breite und Stärke aufweist, wie die goldenen Jahrgänge 1987, 88 und 89 wäre vermessen. Der Jahrgang 1991 ist nicht so breit besetzt, das ist eine Tatsache, an der es nichts zu rütteln gibt. Nun, dass es anderen Streethockeynationen wie Österreich und manchmal sogar der Slowakei ähnlich geht, mag ein schwacher Trost sein.
- Möglicherweise wurde in Bayreuth der Ernst der Lage zu spät erkannt. Nach dem 2:2 gegen Deutschland hätte man über die Bücher gehen und merken sollen, dass es unter Umständen auf jedes Tor ankommt. Mit einer ähnlichen kämpferischen Leistung gegen die Slowaken wie gegen die Tschechen wäre die Niederlage gegen die Slowakei nicht mit 10 Toren Unterschied ausgefallen und dann... Ok, vielleicht stand das Spiel gegen Österreich im Zentrum des Denkens, auch eine Möglichkeit, aber dann müsste man gewinnen, was bekanntermassen nicht geschah.
- Dumme Strafen im falschen Moment. Nicht, dass die Schweiz unfair gespielt hätte, man hat den Fairplaypreis nur um eine Strafe verfehlt, aber es gab immer wieder unnötige Strafen in ungünstigen Momenten. Ein kleiner Stellungsfehler, etwas zu viel gewollt und schon rannte man dem Gegner hinterher und säbelte ihn um. Es war relativ rasch klar, dass die SR bei Checks in der Bandengegend relativ streng durchgreifen, aber nicht alle Spieler verhielten sich entsprechend.
Nun, wenn aus Bayreuth die richtigen Schlüsse gezogen werden- und ich bin eigentlich überzeugt, dass dies geschehen wird - dann hat Bayreuth nichts wagnerianisches, war keine Götterdämmerung und auch kein Unglück.
Es wird in Zukunft wieder stärkere Jahrgänge geben, die Regiotrainings werden konsequenter durchgeführt, der Erfolg wird sich - dank harter Arbeit - wieder einstellen. Allerdings, so lange die SSHA klein ist, kann es auch immer wieder ein Bayreuth geben. Trotzdem lassen wir uns nicht von wagnerianischen Weltuntergangsszenarien verängstigen. Ich ziehe diesen apokalyptischen Bildern die Musik Beethoven ( insb. 9. Symphonie, 4. Satz) vor oder Elgar (Pump and Circumstance March N° 1) bei weitem vor. Oder sogar den Ranz des Vaches.
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